Links und rechts vom Eggenbach

Heute scheint die Sonne und es weht ein kalter, bissiger Nordwind. Kleine Weiler liegen am Weg, Siggenhaus mit der Biogasanlage, Hochburg, da steht ein Haus mit von Bäumen zugewachsenen Fenstern, Maierhof mit den Hühnern, Luppmanns, der hochmoderne Pferdehof mit den automatischen Pferdetüren, Lerchensang (ein schöner Name), Ettenlehen, mit dem Taubenhaus. Das GPS weist uns einen Weg, aber über den Eggenbach führt statt einer Brücke eine Furth, die für unsere Schuhe zu tief ist. Als Ersatz bietet sich hier eine kleine sonnige und windarme Lichtung zur Brotzeit. Der Bach rauscht und die Vögel zwitschern. Die ersten Frühlingsblüten haben sich geöffnet und an Busch und Baum sprießen die Knospen.

Die Gletscher haben sich vor 10.000 Jahren aufgelöst und es blieben diese sanften Hügel zurück. Es gibt nichts Mächtiges und Gewaltiges in dieser Landschaft, aber Großartiges in kleinerem Format. So recht für eine gemütliche nahe Wanderung.

Schluss mit Ski (?)

50 Höhenmeter müssen wir unsere Ski hochtragen, dann geht’s ziemlich steil nach oben. Es schneit, dann scheint wieder die Sonne. Schnee liegt weiter oben noch auf den Bäumen, mit Reif sogar, wie im Winter und das mitten im April. Kein Mensch hier oben am Gipfel. Auch wir fahren gleich etwas tiefer. Der Wind bläst unangenehm kalt. Die Brotzeit folgt dann im Windschatten der Bäume mit Aussicht auf Wolken und Berge.

Unten am Auto gibt’s dann noch eine Flasche guten Weißen. Wirtshausersatz zu Corona-Zeiten.

Allerdings hat sich ein ziemlich dreister alter Herr beim Aufstieg dazugesellt und sehr bedauert, dass er seine Brotzeit vergessen habe. Man gab ihm dann bei der Rast einen Kraftriegel, einen halben guten Landjäger und einen halben saftigen Apfel. Tolldreist wurde er am Auto: Er wich nicht von unserer Seite und schluckte kräftig mit. Sachen erlebt man….

Es wird wohl unsere letzte Skitour in dieser Corona belasteten Wintersaison gewesen sein. Die hohen Berge der Schweiz und Österreich waren nicht zugänglich. Es blieben die näheren bayerischen Berge übrig. Trotz allem, wir haben ganz schön viele Touren unternommen und uns höchst selten über schwieriges Gelände oder arg schlechten Schnee geärgert. Die Touren waren immer angenehm und fröhlich. Ich danke meinen Begleitern!

Gerhard

Silbersonne

Die güldne Sonne / voll Freud und Wonne …

…nein, diesmal nicht gülden, sondern silbern geht die Sonne an diesem Sonntag auf. Selten und eigenartig. Der Himmel stahlblau mit ovalen, länglichen Linsenwolken gesprenkelt. Nachts pustete ein windreiches Fönband über den südlichen Seeteil zwischen Bregenz und Lindau. Hier in Seemitte waren davon nur ein paar kleine Wellen zu spüren. Es kündigt sich aber eine Wetterumstellung an. Der Fön wird enden und im Westen stehen schon die grauen Wolken bereit. Eine angenehme Ankernacht und ein ebensolcher Morgen liegen hinter uns. Gegen Mittag schiebt uns ein ganz leichter Wind zurück nach Friedrichshafen. Die Leute am Ufer genießen diese fönwarmen Stunden. Der vergangene kalte Winter und die unangenehme Coronaeinsamkeit treiben sie ins Freie. Gerdi fährt mit dem Auto zurück und ich ziehe noch die Plane über unsere EOS, dann radle ich heim. Kristallklar wie ganz selten zeigt sich das Gebirge. Morgen wird alles im Regengrau verschwunden sein.

Von einem übererreichten Ziel, Funklöchern und Wechselschnee

Letzte Möglichkeit für unseren Oberschwaben die Falkenhütte zu erreichen: Mehrere Anläufe in dieser Skisaison sind gescheitert. Eine Spur in tiefem Neuschnee führt uns auf den Imbergsattel und nach kurzer Abfahrt in sehr weitem Bogen zur Hörmoosalm und von dort zur Falkenhütte. Unser Oberschwabe hätte jetzt sein Saisonziel erreicht, aber es drängt ihn, vom 200m höheren Einegundskopf die Berge zu sehen. Gut so. Die Berge von dort oben sind grandios. Lockerer Pulverschnee lässt bei der Abfahrt schöne Schwünge zu

Am Waldrand unten ist Schluss mit Schwingen. Eine einsame Spur und das GPS weisen uns den Weg aus dem Talkessel. Der Nachmittag ist weit fortgeschritten, aber eine Nachricht an zu Hause über unsere wohl sehr späte Heimkehr scheitert am Funkloch. Wir steigen wieder hoch zum Imbergsattel. Niemand ist mehr dort oben unterwegs. Ein wunderbarer milder Spätnachmittag begleitet uns. Die Abfahrt wird dann doch noch zur Herausforderung weil die Kälte des Abends den Schnee gefrieren lässt. Die Strecke wird eisig und für Schwünge im verharschten Tiefschnee fehlt uns mittlerweile die Kraft. So murksen wir uns die letzten Höhenmeter ins Tal. Jetzt gelingt auch eine Nachricht an zu Hause. Technik oder besser der Umgang mit der Technik hat also auch seine Tücken. Lösung: Handy auf Flugmodus oder Powerbank mitnehmen.

Unser Segelausflug vor Ostern

Mittwoch in Immenstaad:


Einer unserer beliebten Häfen in dieser kalten Jahreszeit: Leer. Ich gehe zum Hafenmeiser-Büro. Einer vom Vorstand druckt gerade ein Blatt aus und pinnt es an die Bürotür. Gleichzeitig informiert er
mich: „Häfen sind Beherbergungsbetriebe und die sind geschlossen“. Er drückt aber ein Auge zu
und wir können diese Nacht den klaren Sternenhimmel im Hafen genießen. Hafenmeister sind
also jetzt Herbergsväter oder Hoteliers, allerdings ohne Gäste. Windstille am Morgen. Das
glasklare Wasser verzerrt die Spiegelbilder der Konturen des Nachbarbootes zu grotesken
geschwungenen Bildern.


Donnerstag: Nur ein Lüftchen


Ganz schwach von achtern, aber beständig. Schleichfahrt mit automatischer Steuerung bis zur
Güll. Sogar die Fährlinie bei Meersburg queren wir im Schneckentempo ohne dass uns die
Fähren belästigen.


Donnerstag: Ankern hinter der Insel Mainau

Wieder glasklarer reiner Sandgrund. Ein frühes Abendessen in der Plicht. Badehosentemperatur.
Später Donnergrollen. Eine vorwitzige kleine Gewitterzelle bewegt sich auf uns zu. MeteoSwiss
klärt auf: Gefahrenstufe 2, 20 Minuten Dauer. EOS ruckelt am Anker etwas hin und her, ein
Regenschauer wäscht unser Schiff und Donner und Blitz ziehen weiter.


Freitag: Noch am gleichen Platz


So schön hier. Der Himmel ist wieder klar. Ein gutes Frühstück, Lesen, Mails schreiben, Reden,
Lesen, Mails schreiben … Ein gutes Abendessen. Plötzlich dreht der Wind mäßig auf Nord und
bringt etwas Kälte. Wellchen klatschen gegen den Bug. Der Himmel ist klar, aber die hellen
Planeten zu anderen Zeiten prächtig sichtbar, verbergen sich um diese frühe Jahreszeit noch.

Samstag: Sportliche Rückfahrt

Winterliche Kälte ist zurück gekehrt, April eben. Unsere Dieselheizung kämpft am Morgen erfolgreich dagegen an. Wir haben Gäste: Zwei Krähen sehen sich die Gegend vom Masttop an. Irgendwann haben sie mal unseren Windanzeiger beschädigt. Und auf Reling und Schoten sitzen viele Schwalben, wohl zwei Arten. Die eine mit kurzem, die andere mit langem Schwanz. Schön, wie sie sich mit ihren Schnäbeln putzen. Könnte es sein, dass sie auf ihrer Reise vom Süden hier rasten? Sie sind willkommen.

Wir fahren mit allen Segeln zurück Richtung Friedrichshafen. Gerade noch können wir direkten Kurs anliegen. Böen legen EOS immer wieder auf die Seite und zwingen uns den Kurs zu ändern. Man sieht die Schlangenlinien deutlich auf dem RELIVE Video am Ende des Artikels. Auf Höhe Immenstaad entschließen wir uns beide Segel etwas zu kürzen.

Der Berg in der zweiten Reihe

1627 m hoch ist der Tennenmooskopf und er steht nicht markant da, sondern duckt sich mit seinem breiten Rücken hinter Sipplingerkopf und Rindalphorn. Aber die Aussicht auf die sanften kleineren Zacken und Kuppen in der Runde ist wunderbar. Wir dürfen in einem schönen Land leben!

Wieder einmal steigen wir gemächlich die Almstraße zur Rappengschwendalpe, unserem Rastplatz hoch. Dann wenden wir uns nach rechts in ein Tälchen mit knorrigen Bäumen, das schönste Stück des Aufstiegs. Kurz sind wir unklar wegen der Richtung. Aber das GPS informiert uns. Immer steiler wird der Hang. Schließlich mühen wir und in einigen Spitzkehren zum Gipfel. Wir sind die einzigen hier oben und blicken in das weite Rund der weißen Berge. Eine fröhliche Gipfelrast, etwas Rotwein und eine gute Brotzeit.

Die Abfahrt strengt dann doch noch an. Man sieht’s im Filmchen. Der verspurte Schnee hat durch die Hitze gelitten und lässt für unsere Fähigkeiten keine schönen Kurven zu. Auf dem Almweg können wir dann wieder locker schwingen. Unten am Parkplatz gibt’s dann noch eine kleine Bierrunde. Es könnte sein, dass es die letzte Skitour in diesem Winter war. Der Schnee zieht sich in die Höhen zurück und die höheren Berge in Österreich und der Schweiz sind uns derzeit verschlossen.

Wir segeln in den Frühling

Schöne Tage! Aus klarem Himmel steigt die Sonne hoch. Noch kalt, die Temperatur um den Gefrierpunkt. Bevor wir aufstehen schalten wir die Heizung auf der EOS an. Der schwache 400 Watt Heizlüfter mit Landstrom wird von unserer Dieselheizung unterstützt. Ich wärme Wasser zum Waschen und für Tee und Kaffee. Unser Frühstück ist immer gemütlich und reichhaltig, einmal mit Sahnefisch, dann mit Schinken-Zwiebel-Rührei, dann wieder mit dem was der Kühlschrank bietet. Leichter aber stetiger Wind bringt uns nach Immenstaad, dann nach Überlingen und schließlich nach Bodmann. Meist steuert Gerdi und wird irgendwann vom Automat abgelöst.

Das Seeende hat seine Tücken. Der Wind wechselt ständig die Richtung und wir durchpflügen den letzten Seeteil kreuz und quer nach Bodmann.

Dann drängt ein Tiefchen an den See. Es bringt etwas Regen und ordentlich viel Wind. Vollkommen ohne Segel eilt unsere EOS mit über 6 Kmh. Wir rollen nur die Genua ein wenig aus und rauschen mit bis 12 Kmh nach Unteruhldingen in den schönen Hafen. Für den Heimweg nach Friedrichshafen nutzen wir den Motor. Das Tiefchen hat sich samt Regen und Wind verzogen.

Dieser frühe Frühling ist eine gute Segelzeit. Die Tagestemperaturen sind schon angenehm, die Nächte allerdings noch kalt. Und vor allen Dingen ist der See leer. Es genügt ein gelegentlicher Blick in die Runde. Die Hafenmeister, soweit sie schon vor Ort sind, meinen, wir seien die ersten Gäste der Saison.

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Mit diesem Spruch wirbt die Hörnerbahn in Bolsterlang. Aber die Bahn ruht zur Zeit wegen der Pandemie. So bleibt der Berg den Tourenfreunden und Gleitschirmern vorbehalten, die zu Fuß den Berg besteigen.

Ein sonniger Tag heute. Die Sicht am südlichen Horizont wird von den wilden Zacken der Allgäuer Berge begrenzt. In weiten Bögen und zum Schluß in vielen Kehren kommen wir zum Kreuz und zur Liftstation ganz oben. Zu normalen Zeiten würden Hunderte den Berg bevölkern und das Ratat-Ratat der Lifte wäre nicht zu überhören. Jetzt dagegen ist alles ruhig und wir machen Brotzeit neben der Liftstation. Unter uns liegen die kleinen Dörfer des Allgäus und Oberstdorf mit den beiden Sprungschanzen. Über uns suchen einige Gleitschirmpiloten die ersten Termikströme.

Der späte Winter hat in den letzten Tagen mit neuem Schnee und Kälte für ziemlich gute Skiverhältnisse gesorgt. Ein Schwung nach dem anderen bringt uns wieder nach unten. Auf halber Höhe setzen wir uns noch einmal zu einer ausgiebigen Pause auf unsere Skier und erinnern uns fröhlich an frühere Skitouren. Nur unser Jan fehlt. Sein Schulterknochen hat noch nicht die nötige Festigkeit. Seit vielen Jahren gehen wir gemeinsam mit Skiern auf die Berge. Es ist schön, so lange Zeit in eine angenehme Gruppe eingebunden zu sein.

Das folgende Video ist wirklich laienhaft. Ich beherrsche das Programm noch nicht. Außerdem dauert es noch 15 Sekunden bis es startet.

Die Tour im Zeitraffer

Auf Schneeschuhen durchs Schmuddelwetter

Winterlich, heute am Sonntag. Etwas windig, kalt und es schneit. Wir fahren die Deutsche Alpenstrasse entlang, diesen schönen Autoweg mit den angenehm geschwungenen Kurven und der guten Sicht ins Gebirge. Mit dem Auto fahre ich nicht gerne, aber wenn schon, dann am liebsten diese Straße. Bevor die Straße sich nach Oberstaufen hochschwingt, fällt sie ab und mündet in eine elegante weite Kurve. Genau an dieser Kurve zweigt für 100 m die schmale alte Straße ab und wird als Parkplatz genutzt bevor sie wieder in die Bundesstraße mündet. Die „Schöne Kurve“ nenne ich diesen Abschnitt.

Wir legen die Schneeschuhe an und stapfen los. Viel Schnee und ein harter Untergrund machen das Gehen angenehm. Wir sind nicht auf Wege angewiesen, sondern nehmen den direkten Weg über die schneebedeckten Felder. Die meisten Zäune sind niedergelegt und so sind wir nicht auf Wege angewiesen. Da und dort ein Bauernhof. Still ist es hier, kein Auto, kein Vogel und an einem Wintersonntag auch keine Motorsäge. Auf der gesamten Strecke begegnen wir keinem Menschen. Nur ganz selten benutzen wir die Schneeschuhtritte eines Vorgängers. So arbeiten wir uns 200 Höhenmeter den Hang hoch und auf der anderen Seite wieder hinunter. Nach 3 Stunden zieht die Kälte durch die Handschuhe. Weiter unten, im Weiler Vorderreute sehe ich eine kleine Kapelle. Ob sie geöffnet ist? Ja sie ist. Wir nehmen Platz und Gerdi singt „Erde singe…“ aus dem Gesangbuch. Dann packen wir an diesem ungewöhnlichen Ort die Brotzeit aus. Bevor wir weiter absteigen lassen wir noch einen Obulus in den Opferstock fallen.

Wir steigen nochmals ein Stück bis zum Auto ab und suchen uns dabei eine möglichst wenig steile Strecke, denn steil abwärts geht sich’s mit Schneeschuhen schlecht.

Hier noch ein Filmle:

… und zum Schluß noch das Relive:

Gleisführung direkt zum Kirchturm, warum?

Von 18.46 bis 1850 wurde die Bahnstrecke von Lindau nach Friedrichshafen erbaut. Sie ist die älteste Bahnstrecke Württembergs.

Für die schnurgerade schöne Streckenführung von Langenargen nach Eriskirch gibt es diese Erklärung:

Als die Streckenführung den Bahnhof Langenargen verlassen hatte und das offene Feld am Weg nach Bierkeller erreicht hatte, stellte der damalige Bauleiter fest, dass er die Strecke ziemlich nah an der Kirche in Eriskirch vorbeiführen müsse. Um seinen Vermessern die Arbeit zu erleichtern sagte er einfach. „Legat den Schotter schnurgrad bis zum Kirchturm und biagat vor dar Schussa links ab“.