Sommertage auf dem Bodensee

Ein paar Tage genießen wir schöne Ankerplätze und sehen den See auch einmal von oben

Donnerstag

Um 22 Uhr binden wir EOS vom Steg los und fahren in Richtung Airbus-Werk (das versteckt sich hinter mächtigen Bäumen) zum Ankern. Nachts ein Ziel anzusteuern ist immer ein Erlebnis. Einige Lichter und eine ganz schwache Silhouette im Fernglas zeigen ankernde Kollegen an. Der Blick wandert zwischen dem See, der elektronischen Seekarte und dem wanderndem Bodenbild auf dem Echolot hin und her. Ich orientiere mich am GPS-Punkt auf der Karte. Die Dunkelheit lässt eine Orientierung in der Natur nicht zu. Auf 5m Wassertiefe fällt der Anker. Eine kräftige Rückwärtsfahrt zeigt: Der Anker fasst gut. Dann Motor aus und -Stille -. Wunderbar, diese stille Nacht. Um uns die Lichter an den Ufern, über uns die Sterne. Wie immer, den Fahrweg im Handy speichern, ein Eintrag ins Logbuch und auf dem GPS die Fahrstrecke zurücksetzen. Dann sitzen und schauen bis die Augenlider schwer werden. Ich schlafe auf der EOS immer sehr gut. Am Morgen, beim ersten Tageslicht, stelle ich dann fest, wo wir tatsächlich geankert haben. Das Rauschen der Bundesstrasse löst die nächtliche Ruhe ab. Um uns, in guter Entfernung, die anderen ankernden Schiffe.

Freitag

Wind und später der Motor bringen uns zum Ankerplatz hinter der Insel Mainau, ein Hotspot für ankernde Schiffe. Tagesgäste meist, die die Zeit dort zum Baden und „Entspannen“ genießen. Abends lichtet sich das Feld. Es bleiben aber viele Nachtgäste übrig. Nur hier nächtigen so viele Schiffe. Sonst sind wir meist alleine oder mit ein, zwei Booten um uns. Dabei genießen wir dort draußen den Rundumblick, können am Heck grillen ohne uns selbst und einen Hafennachbarn mit dem Rauch zu belästigen.

Samstag

Die Strecken auf dem See sind kurz, viel kürzer als auf dem Meer. Dort legt man früh ab, hat mehr Wind, nimmt eher den Motor zur Hilfe und kommt abends später an. Wir steuern den Ankerplatz ganz am Seeende bei Ludwigshafen mit bestem Wind an. Schon um 10 Uhr fällt dort der Anker. Wir könnten auch ins „Löchle“ fahren, den kleinen, schönen, naturnahen Hafen im ehemaligen Lettenloch, aber wir brauchen nichts. Langweilig, wenns nichts zu tun gibt? Nein, eher beruhigend.

Sonntag

Bester Südwestwind! Bevor die Sonne aufgeht, hole ich den Anker hoch. Das Rasseln der Ankerkette unterbricht Gerdis Schlaf, aber nur kurz. Natürlich ist um diese Zeit noch niemand unterwegs. Ich schalte auf automatische Steuerung und bereite das Frühstück vor. Tee, Kaffee und Gutes aus dem Kühlschrank Frühstück auf See vor der Birnau. In 7 Stunden haben wir fast die ganze Seelänge unter Segeln durchmessen und ankern am Eingang zum Rheintal vor der Mündung der Bregenzer Ache. „Richtige Berge“ sind uns hier nahe, Pfänder, Bregenzerwald und die Berglein um Heiden. Weit hinein geht der Blick ins Churer Rheintal, bis zum Pizol. Also auf der Südseite Gebirge und nördlich drüben überm See die deutschen Moränenhügel.

Montag, Dienstag

Einkaufen in Rorschach im Coop mit einigen Dosen „Quöllfrisch„. Am anderen Tag schleppt uns die Zahnradbahn nach Heiden hoch und wir laufen wieder runter. Ich überlasse „Bergfex“ die Wegewahl. Startpunkt anklicken, Ziel Rorschach auch und wisch, schon erscheint die Route auf dem Bildschirmchen. Der gelbe Wegweiser am Bahnhof schlägt einen anderen Weg vor. Es wäre auch der bessere gewesen… .

Eine Wohltat, die Gegend wieder aus Vogelsicht zu sehen. Vom Boot aus endet der Blick beim nächsten Ufer, von hier oben breitet sich der Obersee in seiner ganzen Größe aus. Man muß stehen bleiben und schauen. Im kleinen Beizli bei Wienacht ist niemand da, dann essen wir eben unsere eigene Brotzeit im Garten. Wir tauchen wieder in die Straßen Rorschachs ein und besuchen noch das Verwaltungsgebäude der Würth Group. Ein Arbeitsgebäude der besonderen Art mit Kunstausstellung und Café am See. Immer einen Besuch wert. Die Nacht ankern wir vor Arbon, der Stadt mit den mächtigen Kirchenglocken. Sie läuten gemeinsam mit denen vom Nachbarort Steinach zur gleichen Sekunde. Das gibt ein fröhliches Gebimmel.

Mittwoch

Dramatisch mit wilden, tiefroten Wolken geht die Sonne auf. Da kommt etwas auf uns zu. Starkwind. Wir verlegen in den Hafen. Als er etwas nachlässt legen wir uns draußen wieder vor Anker. Die Abendstunden werden glasklar. Die Felswände des Säntis leuchten in violettem Licht, dann geht die Sonne am roten Himmel unter. Später ziehen Sterne und Planeten auf. Schon bald der helle Jupiter, im Schlepptau hat er den schwächeren Saturn. Mars kommt später und in der zweiten Nachthälfte steigt die helle Venus über den Pfänder. Dann verlöschen die meisten Landlichter, nur grüne und rote Hafenlichter weisen noch den Seeweg.

Donnerstag

Zurück nach FN. Das mächtige Riesenrad am Hafen weist den Weg

Sommerreise

Heute ohne Bilder. Irgendwie gehen die Bild-Ideen aus. Es gibt ja schon soooo viele Bilder vom See und unseren Ankerplätzen.

Tanzabend in der Tanzschule. Eine etwas müde Angelegenheit bei dieser Sommerhitze. Um 22 Uhr steigen wir auf unsere EOS. Das „Jupiter“-Riesenrad strahlt still im wechselnden Lichterglanz. Unsere Liegeplatznachbarin bekommt den schönen Blumenstrauß. Auf der EOS gäbs da keinen geeigneten Platz. Draußen empfängt uns bester Wind und treibt EOS schnurgerade Richtung Arbon. Die Automatik übernimmt die Steurung und wir sehen zu wie die Lichter Friedrichshafens immer kleiner werden. Die Sterne leuchten. Atair senkrecht oben, der helle Jupiter verfolgt vom schwächeren Saturn. Ein paar Schnuppen der Plejaden verglühen. Um 2 Uhr holen wir die Segel ein und machen uns klar zum ankern. Auf 6 m Wassertiefe fällt der Anker. Auch ohne Licht kein Problem. Das GPS zeigt den Standort metergenau und das Bodenbild auf dem Echolot sagt uns Grund ohne Schlingpflanzen voraus. Noch etwas Wein, das gleichzeitige Konzert der Glockenschläge aller Kirchen um uns klingt verwirrend. Wunderbare nächtliche Stille.

Um 6 Uhr früh holt die Winde rumpelnd den Anker hoch und reißt wohl Gerdi für kurze Zeit aus dem Schlaf. Leichter Wind genau von hinten drückt EOS an der Mündung des Altenrhein vorbei zur Mündung des Neuen Rheins. Niemand ist unterwegs und wir frühstücken während der Automat das Schiff auf Kurs hält. Die helle Venus verblasst, dafür steigt später der rote Sonnenball über den Pfänderrücken. Der Wind schläft fast ein, EOS schleicht nur noch. Wir haben viel Zeit und erst gegen Mittag kreuzen wir das braune Wasser aus dem Rhein. Ein Kiesfrachter „bis an seinen höchsten Bord beladen“ fährt Richtung Schweiz. Der Steuermann winkt, hinten am Heck genießt ein älterer Herr seine Pfeife unterm Sonnenschirm. Wir laufen den Rheindamm entlang und ankern vor der Mündung der Dornbirner Ache. Hinter dem Damm baggert ein mächtiger Bagger Kies aus dem Rhein und lädt ihn auf einen ebenso mächtigen Kieslaster. Mit dicken Staubfahnen hinter sich kippt er seine schwere Last nach kurzer Fahrt zu nassdunklen Kieshaufen ab und das Spiel beginnt von vorne. Von diesem schönen Platz sehen wir weit ins Gebirge das Rheintal hoch, auf der linken Seite flankiert vom Bregenzerwald auf der rechten Seite von den sanften schönen Schweizer Hängen.

Gerdi stellt 4 Spießle zusammen, die garen dann auf dem Heckgrill. Dazu gibts Karoffelsalat ebenfalls von Gerdi. Das Abendessen draußen in der Plicht ist immer ein kleiner Höhepunkt. Wechselnde Sicht je nach Schiffsausrichtung eingeschlossen. Auch heute machen die Gewitterzellen einen Bogen um uns und es bietet sich wieder das Schauspiel wenn der Tag in die Nacht übergeht. Es sollten heute massenhaft Sternschnuppen fallen, aber nur ein paar blitzen am Himmel auf. Es schläft sich gut auf EOS. Gelegentlich klatscht ein Wellchen an die Bordwand.

Am dritten Reisetag frühstücken wir drinnen, mir ist es draußen schon am Morgen zu heiß. Gerdi wäre da toleranter. EOS schleppt sich bei fast keinem Wind so dahin. Am frühen Nachmittag wird uns die Hitze und das dahinschleichen zu dumm und wir starten den Motor. Gerdi findet die Arboner Bucht am schönsten, also fahren wir dort hin. Gewitterwolken bauen sich auf. Im Hafen tanken wir Diesel und Wasser, verlassen aber den Hafen gleich wieder zum Ankerplatz. Kaum ist der Anker gefallen überfällt uns der Regen. Gut dass unsere Fenster jetzt dicht sind. Die Werft musste sie noch einmal ausbauen und neu abdichten. Das letzte Fenster habe ich selbst dicht gemacht. Plötzlich dreht der Wind und kommt vom See. EOS schaukelt mächtig, aber unser schwerer Anker hält prächtig. Er liegt ja auf Sand ohne Bewuchs und wurde mit dem Motor eingefahren. Das beruhigt doch sehr. Nach einer Stunde kehrt wieder Frieden ein und wir grillen Nürnberger Bratwürstl. Eine sanfte Nachtstunde mit Esslinger Rotwein schließt sich an. Die Nacht gibt sich bis zum Morgen ruhig und kühlt ab.

Wolken und Kühle am frühen Morgen, leichter Regen zwischendurch. Ein Reff im Vorsegel. Gerdi schläft noch und ich lese, während uns der Automat in Richtung Mainau steuert. Eine schöne Lesezeit mit gelegentlichem Blick in die Runde. In den frühen Morgenstunden gehört uns der See fast alleine. Diesmal drehen wir zum Frühstück bei. Alle Segel bleiben oben, das Schiff liegt quer zum Wind und treibt ganz langsam mit dem Wind. Wir segeln weiter zum Hafen Überlinen. Das Herd-Petroleum wird knapp und Simone und Joachim sollen anderntags nicht von halb warmem Kaffee überrascht werden. Etwas im Clubrestaurant essen, den Fäkalientank absaugen, den Wassertank füllen, schon ist die Hafenzeit beendet. Rechts und links scheints zu regnen, über uns ballen sich Wolken zusammen. Warum keine Sturmwarnung? Wir geben Gas aber als wir hinter der Mainau ankern, löst sich alles auf. Die Wetterfrösche sind kundige Leute. Sie wissen, ob etwas droht oder nicht. Uns erwartet wieder eine vollkommen ruhige Nacht. Keine Straße hinter uns an Land und das Ufer gegenüber mit der Bundesstrasse ist kilometerweit entfernt. Nur stille weiße und rote Lichter schieben sich wie an einer Perlenkette über die nächtlichen Hänge.

Schon um 10 Uhr sind wir am nächsten Tag im Heimathafen und erwarten Simone und Joachim mit ihren Rädern an der Fähre von Romanshorn.

Wo der mächtige Rhein seinen Anfang nimmt…

Der Rhein hat, wie jeder Fluss mehrere Quellen. Am weitesten von seiner Mündung entfernt ist die über dem Oberalppass am Tumasee in 2350m Höhe. Eigentlich ist die „richtige Quelle“ noch 200 m höher, aber der See ist anschaulicher als das Rinnsal, das dem Schutthang weiter oben entspringt. Der See scheint bei schweizer Touristen beliebt zu sein. Trotz Werktag hatten ihn viele als Tagesziel gewählt. Es ist aber auch eine schöne Wanderung. Die kurvenreiche Strasse zum Oberalppass weicht immer weiter nach unten zurück und der Lärm der Autos schwächt sich ab. Warum blühen um 2000 Höhenmeter herum so viele verschiedene Blumen? In unseren Höhen am Bodensee sind auch natürliche Blumenwiesen ohne diese Vielfalt. In der Ferne am Piz Borel und Piz Ravetsch zeigen sich noch größere Schneefelder.

Oben am See lagern die Leute und machen Brotzeit. Eine mutige Schwimmerin macht ein paar Züge im wohl eiskalten Wasser. Wir laufen ans Ende des Sees zu der schönen, brettebenen Grasfläche. Kleine Bächlein winden sich durch dieses Grasdelta, teilen sich, sammeln sich wieder und münden schließlich in den See. Wie die großen Deltas gewaltiger Ströme, nur eben in Miniaturausführung. Der kleine Rhein verlässt den See und stürzt sich gleich steil in die Tiefe zur nächsten Ebene. Wir begleiten den Bach ein Stück, dann gehts weglos, wir haben den Weg verloren, weiter und bald sind wir wieder am Aufstiegspfad in Richtung Auto. Auf ganzer Strecke sehen wir kaum Tiere, weder Vögel noch Murmeltiere, noch Gemsen. Woran das wohl liegt?

Sogar die Rückfahrt mit dem Auto hat noch etwas zu bieten. Von Illanz zweigt ein schmales Sträßchen ab und schlängelt sich hoch über dem Rhein mit gewaltigen Tiefblicken in die Rheinschlucht nach Bonaduz. In einem kleinen Beizli in Versan gibts dann noch einen Möhl.

Hier der Blog zur Tour im Eiltempo

EOS, neu lackiert wieder auf dem Wasser

Die Überholung unserer EOS hat sich hingezogen. Mittlerweile ist der Sommer schon weit fortgeschritten. Jetzt aber schwimmt EOS wieder und glänzt mit neuem Lack an ihrer Kajüte, weiß polierter Bordwand und neuen großen Buchstaben „EOS“ auf beiden Seiten.

Bester halber Wind treibt uns zügig in den Wetterwinkel. Ziemlich viel Betrieb auf dem See und auch in der weiten Ankerbucht. Abends zieht es aber alle in die Häfen und dann sind wir und ein anderer Segler nur noch zu zweien. Ankern ist wohl nicht arg beliebt.

Die Grillkohlen glühen, der Tisch in der Plicht ist gedeckt, das Abendessen schmeckt. Die Landschaft wird grau und dann schwarz und durch die Lichter an Land ersetzt. Die hellen Sterne und Planeten zeigen sich zuerst und dann erscheint auch der Planet Neowise mit seinem hellen Schweif. Wie ein Autoscheinwerfer in der Nacht, nur nicht so hell.

Anderntags lassen wir uns Zeit und kreuzen bei Gegenwind nordwärts, nur das allerletzte Stück bis zum „Schloss“ bei Güttingen mit Motor. Wieder ein ruhiger und klarer Abend und als Gast wieder Komet Neowise. Am anderen Morgen wärmen wir Weißwüstl, allerdings der frühen Tageszeit wegen mit Tee und Kaffee und ohne Brezen. Der Wind schläft heute den ganzen Tag, wir motoren vor Friedrichshafen und legen dort am Deviationspfahl eine Badepause ein bevor wir in den Hafen zurückfahren.

Ein Spaziergang der besonderen Art

Unsere Runde der Segler, Kegler und Tennisspieler war früher viel größer. Jetzt sind wir noch drei, die sich regelmäßig zusammenfinden. Wie heute, nur treffen wir uns am Nachmittag am Friedhof in Friedrichshafen um unsere beiden verstorbenen Freunde zu besuchen.

Sich auf Friedhöfen zurecht zu finden ist nicht einfach. Sie sind in verschiedene Felder eingeteilt und die schauen irgendwie alle ähnlich aus. Am Telefon hat mir der freundliche Fachmann die richtigen Felder genannt.

Ein großer Friedhof verbreitet eine eigenartige Stimmung. Obwohl von Straßen umgeben ist es dort eigenartig ruhig. Kaum Menschen. Wie kommt es, dass mit einem mal alles Eilige von einem abfällt? Wir finden das Grab von Freund Jörg, eine graue Platte im Rasen mit Namen und einigen Daten. Da schweifen die Gedanken zurück in die Vergangenheit, zu frohen Stunden auf den Segelschiffen und auf dem Tennisplatz. Man kann auf einem Friedhof nicht mit Eile laufen. Schon auf dem kurzen Weg zu Freund Gerhard wird klar, aus der geplanten Radtour wird nichts. Wir lesen die Namen auf den Grabsteinen. Jeder von uns hat den einen oder anderen gekannt, Friedrichshafen ist eine kleine Stadt. Gerhards Grab, Blumen blühen, ein Strauch, eine Platte neben dem Grabstein mit seinem Namen und Daten. 15 Jahre ist er jetzt schon tot, aber in seiner Art immer noch gegenwärtig. Jeder unserer Freunde hatte seine eigene Art und wir lachen über manche Geschichte mit den beiden. Keine Trauer, aber Freude, dass sie da waren und unsere Gruppe bereichert haben. Eigentlich könnten wir jetzt den Friedhof verlassen, aber wir streifen an den Gräbern vorbei, rütteln an dem einen und anderen Stein, wo ein roter Aufkleber vor der Gefahr durch Umfallen warnt. Wo sind denn die alten riesigen Mausoleen? Ein Friedhofsarbeiter begleitet uns ein Stück des Weges und weiß viel über die Gräber bekannter Persönlichkeiten. Er führt uns zu ihnen, bekannte Fabrikanten, Persönlichkeiten aus den Luftschiffkreisen, Geschäftsleute. Sie liegen im Ehrenhain. Keine übergroßen Gräber, ganz normal und auch nicht besonders gepflegt. Dann leuet das Totenglöckchen und ein Trauerzug setzt sich in Bewegung. Unser freundlicher Informant muss waren, bis die Trauerfeier am Grab zu Ende ist, dann kann er das Grab wieder zuschütten. Im alten Friedhofsteil stehen fast nur noch die Grabsteine, oft schräg und schief. Viel Wiese. Die Menschen wollen keine großen Gräber mehr. Urnenwände, kleine Urnengräber oder ganz anonyme Grabwiesen haben die Doppelgräber ersetzt. Es wird jetzt doch noch laut. Unser Begleiter schließt mit seinem alten kleinen Bagger das frische Grab mit dem neuen Sarg. Zeit für uns, die stille Stätte der Toten zu verlassen.

Lehr- und Beeren-Wanderung

Hier: Unsere Wanderung im Eiltempo

Wieder eine kleine Wanderung an diesem sommerlich heißen Tag durch den kühlen Wald. Für so etwas ist die Gegend um die Argen immer gut. Wir „machen“ keine Kilometer sondern lassen uns Zeit, schauen durch die Waldlichtungen auf die kleinen Weiler,die sanften Hänge und was sich am Weg zeigt. Wir zupfen von den reifen Himbeeren, die Brombeeren müssen noch eine Woche reifen. Ein Waldlehrpfad begleitet uns, kein moderner mit vielen Informationen, sondern einer mit wenigen Informationen eingeschnitzt in schöne Holztafeln. Mit viel Liebe sauber gemacht.

Fast am Ende setzen wir uns noch ans Argenufer zur Brotzeit. Gestern hat es noch geregnet und dem Fluss viel braunes Wasser zugeführt. Zwei Paddler in bunten, kleinen Kanus nutzen die Gelegenheit. Wir queren den Fluss auf dem Hängesteg bei Heggelbach und sind nach drei Stunden wieder am Opel.

Von Bermatingen auf Umwegen nach Markdorf

Man kann wieder mit Freunden gemeinsam wandern. Wir wählen den Weg von Bermatingen nach Markdorf über sanfte Hügel, durch schattige Wälder und neben blühenden Wiesen. Wir haben’s nicht eilig an diesem sonnigen und warmen Tag. Immer wieder gehen wir über freie Hügel mit weitem Blick übers Land. Vor dem Horizont schimmert der Bodensee und am Horizont Säntis und Altmann ganz schwach im Schönwetter-Dunst.

Der kleine Weiler Weppach bleibt gedanklich hängen. Vom ehemaligen Kloster ist nur noch das Kirchlein übrig. Das wurde gründlich umgewidmet. Ein Getränkekühlschrank, Tische und Stühle laden zum Durst stillen ein. In einer Ecke steht ein Motorroller und auf der Balustrade stehen Töpfe und Kannen. Dahinter wohnt jemand. Eine schöne lebendige „Kirche“ trotz aller Veränderungen. Die Klosterschwestern hatten früher kein einfaches Leben wie die Historie berichtet. Jetzt rattert die schöne Wirtstochter auf dem Aufsitzmäher um die Obstbäume mit Knopf im Ohr. Die Zeiten haben sich – zum Besseren – geändert. Wir legen noch eine Pause auf dem „Wiesle“ ein bevor wir zu den Bürgerstuben am Bahnhof Markdorf heruntersteigen und uns eine Brotzeit schmecken lassen.

Am Wasserbehälter über Bermatingen
durch schöne Wiesen
Noch nicht ganz reif…
Die Wanderfreunde
Wein aus Markdorf
Sicht übers Land
Die ehemalige Kirche in Weppach
Altes Haus in Wangen
Der Wanderweg über sanfte Hügel, 11,3 km lang

Auf den Hochgrat im Allgäu

Wunderbares Wetter heute! Wir lassen uns beim Aufstieg Zeit. Immer weiter reicht der Blick je höher wir steigen. Tannen und mächtige Laubbäume wachsen auf dem Nagelfluhgestein. Das Staufnerhaus bietet zwar viele leere Plätze aber die Corona-Abstände gestatten nur eine Gruppe je Bierbank. Also ziehen wir weiter und genießen unsere Brotzeit an der Bergstation der Seilbahn und etwas später am Gipfel. Schön ists hier oben. Im Süden die Allgäuer Berge und der Bregenzerwald. Im Norden glitzert der Bodensee und im Osten geht der Blick über die Voralpen bis zum flachen Horizont.

Dann folgt ein schöner Abstieg immer den Grat entlang mit Sicht auf beide Seiten bis zur Brunnenscharte. Unser weiterer Weg geht steil bergab über Felsstufen und Geröll etwas über 1000 Höhenmeter. Unten im Tal kommt uns gerade eine bewirtschaftete Alm für eine kleine Einkehr recht.

Wor ein paar Tagen kamen die Tiere von verschiedenen Bauernhöfen auf die Alpe. Sie kabbeln sich noch um Rang und Macht.
Letzter Schnee auf den höheren Bergen

Wieder einmal im Allgäu

Zu jeder Wanderung gehört eine schöne Rast mit Aussicht. Hier eine mit Rundumsicht von der Nagelfluhkette bis zur Waldburg und der immerguten Brotzeit von Gerdi

Stiefenhofen ist unser heutiger Ausgangspunkt. Wir folgen der Bahnlinie von Lindau nach Immenstadt ein Stück. Diese Strecke ist für mich die schönste. Sie windet sich in vielen engen Kurven zwischen den Hügeln durch. Nichts für Rasezüge. Dem allerschönsten Streckenstück folgen wir gerade. Immer warte ich, wenn ich wieder einmal im Zug sitze auf diese Kurve und dann das Sägewerk mit der noch ganz jungen Argen die sich durch das Tälchen schlängelt.

Wir gehen gemütlich durch kühle Wälder und über weite Wiesen. Teilweise sind sie gemäht und teilweise legt der kräftige Wind silberne Streifen auf das hohe Gras. Ein gesegnetes Land. Inmitten einer Wiese unter einem noch jungen Bäumchen rasten wir und genießen die Aussicht auf der einen Seite auf die nahe Nagelfluhkette und auf der anderen Seite ganz entfernt am Horizont zur Hügelkette mit der Waldburg. Ich freue mich da immer auf Gerdis Brotzet. Was wäre eine Wanderung ohne Brotzeit? Das GPS führt uns nochmal durch einen schattigen Wald zielgenau zum Auto.