Hervorgehoben

Über der Argen

Eis schützt vor Kälte (Copy)Bauern erwarten Nachtfrost (Copy)An der Argen bei Schlosswald (Copy)Veilchenzeit (Copy)Unten die ArgenAm Weg (Copy)Brotzeit (Copy)Abwärts zur Argen (Copy)Frühling (Copy)Am Langensee (Copy)

Sonne, aber ein eiskalter, starker Ostwind bläst. Die Obstbauern haben Angst davor. Er könnte die neuen Blüten zerstören. Sie beregnen ihre Obstfelder damit sichBlättchen und Blüten mit Eis überziehen. Wärme wird durchs kristallisieren erzeugt. Unglaublich, aber es wirkt. Wir staunen. Schön windet sich der Weg über der Argen entlang. Wir haben immer das angenehme Wasserrauschen im Ohr. Ein feines Tal, vorbei an einem ehemaligen großen Hangrutsch, an abgelegenen, schönen Höfen, an Streuobstwiesen und leeren Hopfenfeldern und durch schütteren, vom letzten Sturm etwas zerrupften Fichtenwald. Beim Weiler Blumegg verlassen wir das Argental und laufen hoch über dem Tal zurück. Am Hof Reisenbronn machen wir auf einer sonnigen und windstillen Bank Brotzeit. Brote, Radieschen, Gurken, Erdnüsse, Schokolade und ein Schnäpschen. Schmeckt gut. Ziemlich steil führt der Pfad wieder abwärts zur Argen.

Der moderne Wanderer faltet keine Papierkarte mehr auf. Er sieht seinen Standort, den Wegverlauf und alles drumherum deutlich auf der Smartphone-App. Viel einfacher als früher (solange die Technik keinen Streich spielt).

Segeltage

Ganz wenig Wind (Copy)Bratwürstl + Kartoffeln (Copy)DSC08584 (Copy)Kein Wind-kein Segeln (Copy)Abendrot-Schönwetterbot (Copy)Am Abend (Copy)Allerletzte Sonne (Copy)Sonnenaufgang (Copy)

Der Wetterbericht sagt eine Woche Schönwetter voraus und der Lawinenbericht die günstigste Lawinenlage für Skitouren. Aber das Madlenerhaus in der Silvretta muss schließen. Ein Virus mit hoher Ansteckungsgefahr zwingt zu Einschränkungen. Aus unserer Skiwoche wird nichts. Sehr schade!

Gerdi und ich, wir beide haben unser Boot und den Bodensee. Für Essen sorgen Gerdi und die Biokiste, für Trinken Tee und die Rapp Bierkiste und für Wärme die Dieselheizung. Tagsüber wärmt die Frühlingssonne prächtig und die Abende mit den feuerroten Sonnenuntergängen erinnern an unsere Reise in den hohen Ostsee-Norden. Häfen meiden wir, es könnte sich eine Vire auf die EOS verirren. Und am Anker ist es viel schöner. Die Heizung verbreitet angenehme Wärme und das Essen schmeckt. Am Morgen herrscht draußen noch Winterkälte. Stört uns nicht, wir lassen die Heizung brummen. Die Tage schleichen dahin. Regattasegler mit dem Hang zur Geschwindigkeit würden wahnsinnig werden. Gerade noch füllt das Lüftchen die Segel. EOS kommt kaum vom Fleck. Ist gut so. Gelegentlich unterstützt uns der Motor.

Vor dem Airbus-Werk , das sich hinter mächtigen Bäumen verbirgt, ankern wir. Dann neben der Insel Mainau, im Sommer sehr beliebt bei Kaffee-Seglern, jetzt ist außer uns niemand hier. Dann vor die Schweiz zwischen dem roten Gutshof und der neuen Psychoklinik. Weit entfernt pendelt der Katamaran zwischen Konstanz und Friedrichshafen. Sein Betrieb ist bereits ausgedünnt.  Was erwartet uns in den nächsten Tagen/ Wochen?

Miniwanderung und ein schöner Hügel

Alles dreht sich um den Covid-19-Erreger. In welchem Land ist man unerwünscht? Welche Einrichtungen sind zu meiden? Da bleiben wir also im Innland, schrauben uns mit dem Meriva die Alpenstrasse hoch, schultern bei Scheidegg die Rucksäcke und laufen los. In großer Schleife auf den Roderbühl. Nichts besonderes und doch sticht er aus der Umgebung hervor. Nur 850m hoch ragt er als grüner sanfter Hügel mit einem Pfad auf seinem Grätchen zwischen Scheidegg und der Bundesstrasse hervor. Zwei mächtige Bäume ragen an seiner Flanke in den Himmel. Weit reicht die Sicht über den Bodensee, den Pfänderrücken, den mächtigen Firstgrat bis weiter in die oberbayerischen Berge. Der eiszeitliche Rheintalgletscher hat diesen Rücken hier abgelegt. Tafeln erinnern, dass auf seinem Gipfelchen Soldaten Unterschlupf fanden, um die Annäherung feindlicher Flugzeuge mit starken Ferngläsern zu beobachten und zu melden.

Jetzt packen Gerdi und ich auf halber Höhe auf einer Bank unsere Brotzeit aus und genießen die weite Sicht.

 

Zwischenhoch

Heute sagen die Wetterberichte ein Zwischenhoch voraus. Aber ein Wolkendeckel hüllt die hohen Gipfel ein. Der Starkwind der vergangenen Nacht hat kaum noch Kraft. Wegen Lawinengefahr wählen wir den bewaldeten und etwas im Windschatten liegenden Burstkopf.

Überraschend tiefer, lockerer Pulverschnee liegt in diesem „Schneeloch Balderschwang“. Es geht angenehm hoch. Frühaufsteher haben uns die Spurarbeit abgenommen und eine angenehme Spur vorbereitet. Oben am Gipfel mit dem alten Marterl und im Schatten des nahen Feuerstätterkopfs machen wir Brotzeit. Der Wind hat sich inzwischen vollkommen gelegt. Drüben auf der anderen Talseite eilen die Skifahrer ameisenklein auf der Piste zu Tal. Unten am Lift stauts sich. Wir schwingen auf wunderbaren steilen Hängen abwärts. Es geht ganz leicht auf dem lockeren Pulverschnee.

Irgendwo gibts fast auf jeder Tour eine Schlüsselstelle. Hier ist’s ein Kilometer eng gewachsener Wald. Das erfordert statt weiten Schwüngen ganz enge, gelegentlich sogar Kehren aus dem Stand. Ein gefallener riesiger Baum und zum Schluss noch ein Bächlein wollen uns aufhalten.

Schön, dass wir die Heimfahrt in einem kleinen Café unterbrechen. Das gehört dazu.

Eine Skitour zum Genießen

Eine gute Idee, über die Sieben Hügel aufs Portlahorn zu steigen! Zwar laufen wir dann doch nicht über diese kleine Hügelkette, es wäre ein Umweg und Liftler hätten uns gestört. Statt dessen wählen wir den sanften Anstieg am Gegenhang, Viel begangen scheint dieser Tack nicht zu sein. Keine Spur, wir sind die einzigen. Graue Wolken bilden einen Deckel über uns, der die hohen Gipfel verbirgt. Eine schöne Stimmung in Grau. Die Bergseite gegenüber dominiert die gerade steile Flanke des Glatthorns und die gefurchten Hänge des Türtschhorn. Graue Wolkenfetzen umstreichen diese Berge. Der Horizont besteht hier nur aus Bergspitzen. Wir schlängeln uns den steilen breiten Hang zum Grat vor dem Gipfel hoch. Kein Problem, der Schnee ist griffig. Vor dem kurzen Gipfelgrat deponieren wir unsere Ski und steigen den etwas vereisten Grat zum Gipfel hoch. Prächtige Sicht hier oben. Die Brotzeit verlegen wir nach weiter unten in windstillere Bereiche. Der Schnee lässt sich sehr gut schwingen, überwiegend Pulver. Gelegentlich ziehen sonnige Flecken über die weiße Scneefläche unter uns.

Bis zur Strasse, wo der Daimler wartet, eine schöne Tour!

Zum Sünserkopf auf besonderem Track

Das Portlahorn war das Ziel, aber es kam doch etwas anders.

Ich bin immer froh wenn ich den Liftkessel in Damüls verlassen kann. Musikbeschallung, Tische und Bänke werden im Freien aufgebaut. Alles ist bereit für tausend Skifahrer. Als Senior weiß man, wie’s früher war. Eine Piste und einige Skifahrer. Jetzt tragen Sechsersessel die Leute hoch, eine neue Piste durchschneidet das Tourengebiet. Da sollen wir hoch? Bei den hunderten von Skifahrern, die uns entgegen rasen werden? Gut, dass wir den Pistenaufstieg nicht sofort finden und weiterlaufen und keine Lust zum umdrehen haben. So steigen wir ganz alleinig höher. Unser Vortrecker lässt die Ragazalpe oben und spurt einen Weg über kleine Hügelchen neben einem steilen Tälchen. Wunderbar gehts langsam hoch. Keine Spuren sehen wir. Ist wohl ein abgelegener Aufstieg. Schnell ziehen die Wolken über uns, manchmal umhüllen sie die Gipfel, manchmal trifft uns ein Sonnenfleck. Oben am Kamm zwischen Portlahorn und einem unbezeichnetem Gipfel treffen wir auf die Piste, wegen der vielen Abfahrer spurten wir auf die andere Seite. Zum Portlahorn müssten wir auf einem Grat die Ski tragen. Wir drei zielen entgegengesetzt auf die „Höhe 2032“. Die anderen fahren von hier aus ab.

Der breite Grat ist arg verblasen und wir suchen uns die Schneeflächen zwischen den Grasbüscheln. Dann stehen wir oben. Der Wind bläst, aber nicht mehr sehr kalt. Schön, so inmitten der Gipfelrunde zu stehen. Sogar ein Teil vom Bodensee zeigt sich. Ab gehts dann in einer flachen Mulde mit gutem Schnee. Weil der Aufstieg so schön war, nehmen wir zur restlichen Abfahrt die Piste. Aber die Zeit für eine Brotzeit nehmen wir uns, jetzt bei Sonnenschein.

 

Und zum Schloss ins Cafe

Wegen Sicherheit keine Genusstour

Zwei Abfahrten stehen zur Auswahl: Die ,aus unserer Sicht risikoreichere im steilen Tälchen mit Hängen über 40 Grad an der Seite, die andere flach aber lawinensicher. Wir wählen die zweite für die Abfahrt, weil Sicherheit Priorität hat. Der obere Hang lässt uns herrlich im tiefen, lockeren Schnee schwingen. Dann wird der Hang flacher und wir  müssen oft die gerade Abfahrtslinie wählen. Und ab Pirigen, dem schönen Gasthaus können wir entweder den flachen Forstweg wählen oder die steile schmale Aufstiegsspur im Wald. Erst wählen wir die flache, tief verschneite Strasse und laufen auf Ski abwärts statt fahren. Dann tragen wir die Ski ein kurzes Stück durch dichten Wald ab und laufen zu Fuß die steile, schmale Aufstiegsspur abwärts. Irgendwie ist das auch nicht gut. Wir lösen die Fixierung der Bindungen und folgen den vielen Kurven der Strasse. Die Zwangshaltung beim abwärts laufen fordert ganz andere Muskeln, die arg schmerzen und bei mir immer wieder Pausen fordern.

Um 17 Uhr kommen wir endlich unten in Langwies an. Draußen waren wir, aber eine geplante Genusstur wurde es nicht. Aber der Saure Schweizer Most im kleinen Beizli, der schmeckt bestens.