Überm Bodensee

Sonne lockt uns aus dem Haus. Nebel liegt über dem See. Unser Meriva schraubt sich kurvenreich den Pfänderrücken hoch bis dort, wo  es auf der anderen Seite wieder abwärts geht. Das Schöne an Bergrücken: Wir sehen auf beide Seiten bis zum Horizont. Rechts verschwindet das flache Land mit dem Bodensee im Dunst, links reicht der Blick weit zu den Allgäuer Bergen hinüber. Eine Wanderung zum Schauen, wenn der Weg nicht gerade durch Wald führt. Wir brauchen keine Rücksicht mehr auf Weidevieh nehmen. Die Tiere futtern längst in den Tälern. Gatter sind offen und die Zäune gelegt.

So spazieren wir von einem Hügel zum nächsten. Nette Tafeln erläutern viel über Käseherstellung im Bregenzerwald. Hinter dem kleinen Weiler Moos steht seit vielen Jahren ein winziger Lift, unten ein Motörchen auf Stelzen, oben zwei Röllchen, die das Seil wieder nach unten umlenken. Höhenunterschied? Vielleicht 50 Meter.

Oben bietet sich ein Geo-Messpunkt auf einer Steinplatte zur Brotzeit an. Essen, trinken und schauen. Immer das schönste Ziel einer Wanderung. Dunkle Wolken haben sich auf dem Rückweg vor die Sonne geschoben. Es tröpfelt, aber nur ein bisschen.

Hat jemand Hunger oder Durst? Dann bietet sich der kleine geschindelte Kiosk an. Umweltneutral mit Solarzelle auf dem Dach für Licht und Kühlschrank. Ware entnehmen, Geld in den Briefkasten und dann auf Bank und Tisch vespern.

Und hier noch ein Rundblick:

Der Kringel

Man lernt nie aus und: Nebel und Segeln braucht Erfahrung.

Ganz am Novemberende fahren wir nach Langenargen um dort am Takelmast den Windanzeiger zu reparieren. Joachim ist schwindelfrei und steigt hoch. Dann fahren wir weiter nach Arbon in der Schweiz. Diesiges ruhiges Wetter, der Motor tuckert und der Automat steuert. Anderntags Sonne, aber nur ein paar Minuten, dann umfängt uns potdichter Nebel. Der Kurs zeigt schräg über den See nach Langenargen. Das Schätzen der Fährenabfahrten von Romanshorn und Friedrichshafen ergibt, dass wir drei Schiffe uns in Seemitte begegnen müssten. Vor dem Queren der Fährlinie drosseln wir das Tempo, aktivieren das Funkgerät und einer geht zum Bug um besser hören zu können. Dann zuerst von rechts ein Hupton und Motorgeräusche von rechts vorne. Ich ändere den Kurs ca. 20 Grad nach rechts. Nun auch Motorgeräusche von links hinten. Sind wir zwischen den beiden Fähten? Ein Anruf auf Kanal 16 bleibt erfolglos. Die Motorgeräusche und meine Kursänderung verwirren mich vollkommen. Da taucht aus dem Nichts die Fähre auf. Ist es die von FN oder RO? Ich stelle fest, dass ich unbemerkt einen vollen Kreis gefahren habe! Wie auf Skitour wenn ohne Sicht ein gerader Kurs zu halten unmöglich wird. Nun steuern wir wieder in Richtung Langenargen. Nachträglich wäre es am sichersten gewesen, vor der erwarteten Begegnung zu warten bis beide Schiffe nach geschätzten Zeiten den kritischen Bereich verlassen hätten müssen. Beide Fähren hatten uns wohl auf dem Radarschirm. Wir hatte aber leider keine Bestätigung über Funk. Situationen in denen keine eigene Handlungsmöglichkeit besteht dürfen nicht entstehen.

Der nächste Kreuzungspunkt mit den Katamaranen war problemlos.

Mit GPS ist es kein Problem, die Einfahrt in den Hafen von Langenargen anzusteuern. Die Lädine wurde dort gerade eingewintert und wir beide halfen bei der Verlegung an ihren Winterliegeplatz quer über den Hafen. Nicht mit Motor sondern mit langen Seilen.

Anderntags fanden wir den Kurs nach FN mit elektronischer Karte im dichten Nebel ohne Probleme. Ohne Sicht zu fahren beruhigt. Obwohl man voll aufmerksam ist, wirkt das umgebende Weiß beruhigend. Eigenartig und schön. Plötzlich taucht das erwartete Seezeichen an der erwarteten Stelle zur erwarteten Zeit auf. Die weiteren Seezeichen leiten uns wie immer in den Heimathafen.

Drei Flüsse, zwei Städte

Die Zugfahrt nach Passau leidet unter dem Tragen der Maske. Im Hotel sticht sofort der Wandspruch ins Auge, dass die Welt ein Buch sei und wer nicht reist, nur eine Seite kennt. Aber! Man kann die Welt durchsausen und weniger kennen als bliebe man mit offenen Augen im eigenen Land.

Vom Hotelzimmer überblicken wir den Kai an dem bei Sonnenaufgang die Kreuzfahrschiffe anlegen. Man kann ihren Weg in der Shipfinder-App auf dem Handy verfolgen. Die Gäste besuchen tagsüber die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Nacht über verbringen sie schlafend auf dem Schiff das sie zur nächsten Destination bringt. Hochachtung vor allen Steuerleuten, die bei Nebel und Dunkelheit die 130 m langen Schiffe sicher auf den gewundenen Fahrrinnen ans nächste Ziel bringen.

Wir genießen ein Konzert auf der größten Domorgel im Passauer Dom, lassen uns Informatives von einer Stadtführerin berichten und durchstreifen die gepflasterten Straßen zwischen Donau und Inn. Alles ist mächtig, die Gotteshäuser, die Regierungspaläste, die Orgelklänge. Statt mächtige Gottemänner streifen jetzt die vielen Gäste durch Dome und Paläste. Wir essen sehr gut und trinken süffiges dunkles Bier in alten, schönen Gasthäusern. Eine kleine Schifffahrt zeigt uns die 3 Flüsse Donau, Inn und Ilz und die Stadt von der Wasserseite.

Gerdi und ich belassen es nicht bei dieser Stadt, sondern fahren mit dem letzten Schiff dieses Jahres donauabwärts in 5 Stunden nach Linz. Beidseitig begleiten uns bewaldete, felsige Hügel mit herbstlich bunten Bäumen. Wir durchfahren die wohl schönste Donaustrecke auf den beiden Schlögener Schlingen. Vor einigen Jahren hat uns unsere EOS von Saal die 2400 km zum Donaudelta und weiter gebracht. Linz kommt viel zu kurz. Um 16.30 kommen wir an und um 20 Uhr fahren wir mit dem Zug zurück. Mit der Strassenbahn fzockeln wir auf den Pöstling, einem markanter „Berg“, eher Hügel mit Sicht auf das mittlerweile hell erleuchtete Linz. Es bleibt aber noch Zeit für den Leberkas Bepi im Bahnhof. Von allen Läden dort läuft der am besten. 10 Sorten Leberkäse zum hier essen und zum mitnehmen. Herrlich einfach und freundlich. Leberkäs Endstück, Leberkäs Semmel und eine zweite Portion zum Bier genießen wir, während über uns die Züge halten. Von Martin stammt dieser Tipp. Ars electronica und die schöne Stadt fallen der Zeit zum Opfer.

Die kleinste der 3 Flüsse, die Ilz bildet eine eigenartige Schlinge, die mir auf der Handykarte auffällt. Google informiert uns über diese Schönheit: Das schwarze Moorwasser, das enge Dorf Hals, die Triftsperre mit Wassertunnel. Die Ilz könnte sich bei Hals 2km Weg sparen. Die Schlinge nähert sich auf 200m. Nein, sie dreht wieder ab, führt in einen großen Kringel und kommt an der anderen Seite von Hals fast wieder zurück und fließt dann weiter zur Donau. Weiter oben hat man den Fluss gestaut, und durch einen Tunnel geleitet um die Schlinge zu umgehen. Die Stämme aus dem Bayerischen Wald wurden durch diesen engen Tunnel geflöst. Bilder zeigen Massen von Stämmen die hier gesammelt wurden. Wir essen Steinpilze mit Knödel im wunderbaren Biergarten „Zur Triftsperre „.

Unsere Reise endet im Nebel. Aus dem Nebel schiebt sich ein Passagierschiff an den Kai, Die gegenüberliegende Flussseite hat der Nebel verschluckt. Noch einmal ein gutes Frühstück, dann wandern wir zum Bahnhof und der Zug bringt uns zurück in die Heimat. Wir haben eine weitere Seite im Buch aufgeschlagen.

Heidelberg

Jedes Jahr im Oktober finden wir ehemaligen Siherheitsfachkräfte einen anderen Ort um uns zu treffen. Nicht irgendeinen, sondern immer einen besonderen Ort. Diesmal in Heidelberg, der quirligen Studentenstadt. Hotel und Abendessen-Gasthaus, der „Spreisel“ liegen keine hundert Meter vom Neckar entfernt. Gut schmeckt das Essen. Es gibt sogar einen Willkommens-Verdauungsschnaps für Gäste unseres benachbarten Hotels, aber bis zu einem Ramazzotti reicht die Liebe der Wirtin dann doch nicht. Der Blick aus dem Hotelzimmer geht über den Fluss zum gegenüberliegenden, herbstlich bunten Odenwald. Die Altstadt ruht nur wenige Stunden in der Nacht. Studenten sorgen auch für Leben auf den Gassen.

Anderntags geht’s flussaufwärts zuerst durch die alte, steinerne Bogenbrücke und zwei Schleusen nach Neckarsteinach einer kleinen Stadt am Fluss. Vier Burgen stehen dekorativ auf einer Hügelrippe über der Stadt. Zwei davon besuchen wir. Die Aussicht vom Turm der Hinterburg zeigt großartig die Windungen des Neckars und die bunten Waldhügel an seinen Ufern. Wie so oft ist der Blick von oben auf eine Landschaft am schönsten.

Für mich gabs dann noch einen kleinen Höhepunkt, der Besuch des Heidelberger Zuckerladens. Alle Sorten Bombons und anderes fremdartiges süßes Zeug. Das ist aber nur ein Teil der Besonderheit. Der andere Teil ist das Verkäuferpaar. Sie verpackt die Ware und er, hinter Coronascheibe kassiert. Aber nicht nur. Er verwickelt jeden Kunden in ein Gespräch und auch in ein kleines Würfelspiel. Gewinnt der Kunde erhält er einen Lolli nach Wahl. Verabschiedet wird mit Handschlag. Kein Wunder dass der winzige Laden brechend voll ist. Die Kunden warten gerne und lauschen mit Vergnügen.

Weils gestern so gut war, speisen wir wieder im „Spreisel“. Der Digestif entfällt aber diesmal. Als die ersten von uns im Spreisel platz nehmen und ihren Gutschein zeigen, eilt die Wirtin ins Hotel und weist den Mitarbeiter dort an, Gutscheine nur beim ersten Besuch auszugeben. Nett diese kleinen Ereignisse.

So verbringen wir drei frohe, schöne Tage hier am Fluss.

Falls Ihr zwei Videos nicht öffnen könnt, klickt hier und hier.

Luxus am Meer

Das Smartphone macht vieles einfacher.

Verlaufen unmöglich >  Das GPS zeigt immer den jeweiligen Standort an,

Mit dem Auto von A nach B fahren >  Eine freundliche Stimme weist hin, wann und wo man abbiegen muss.

Unterkunft suchen >  Wo’s Zimmer zu welchem Preis in welcher Ausstattung gibt sagt Google-Maps

und so weiter…..

Aber wenn das Smartphone ausfällt? Darum immer für Backup sorgen!

Wir lassen uns den Weg von Dimitsana nach Patras auf dem Smartphone zeigen. Die Straßen bestehen fast nur aus Kurven. Mal führen sie uns in eine Ebene hinunter, dann wieder hoch über einen Pass. Von der Busch- und Feldgegend unten hoch in tannenbewaldete Gegend. Immer wieder huscht ein kleiner Schrein mit einen Votivbildchen vorbei oder nicht so oft, eine gefasste Quelle.

Wir durcheilen ein Gebirge mit Nadelbäumen und darüber Felsgrate wie im Allgäu. Der Name des Gebirges? Unbekannt. Das kleine Gerätchen zeigt nur die unmittelbare Gegend genauer an. Den Überblick vermittelt nur die Papierkarte. An einer Taverne halten wir und trinken eine Cola. Mächtige Platanen sorgen für Schatten. Die Taverne heißt auch „Platania“. Dann liegt das Häusermeer von Patras unter uns. Die Autobahn führt uns ein kurzes Stück aus der Stadt und schließlich vor das „Poseidon Palace Hotel. Mit einem freundlichen Sie haben Ihr Ziel erreicht, verabschiedet sich die hilfsbereite Stimme.

Ein großes Zimmer, ein schöner Balkon, noble Einrichtung. Alles vom Besten. Vor dem Haus das Meer und ein netter Pool. Bar, Ober, Liegen, Schirme, Luxus eben. Wir genießen diese angenehme Umgebung. Die umfangreiche Speisekarte irritiert. Oben im Gebirge waren die Speisekarten auch umfangreich, aber die meisten Preise waren ausradiert. Und diese Gerichte gabs halt nicht. Hier gabs alles.

So freuen wir uns über die beiden Abschiedstage vom Peloponnes. Morgen um Mitternacht startet die Fähre nach Venedig.

Griechisches Gebirge

Je wilder das Gebirge, umso sicherer ist der Versteck. Hier konnte man sich vor den Osmanen verstecken und weiterhin seiner Religion nachgehen. Stemnitsa ist so ein Ort, umgeben von Bergen sieht man ihn erst, wenn man davor steht. 700 m darunter hat sich die (der?) Lousios zwischen mächtigen Felswänden sein Bett gegraben. Zwei Klöster wurden mitten in den senkrechten Felswänden errichtet. So etwas macht man nur in höchster Not.

Vom Balkon unserer Unterkunft blicken wir weit durch die Schlucht in die Ebene von Megapoli und die hohen Berge dahinter. Eine grüne Naturwildnis. Wir wandern einmal auf schmalen Pfaden durch diese überbordende Natur zum Fluss hinunter und drüben wieder hoch entlang an senkrechter Wand zum „neuen“ Kloster der Philosophen. 2 Mönche bewahren diesen heiligen Ort. Beim letzten Besuch habe ich das alte, verfallene Kloster mitten in einer senkrechten Wand besucht. Partisanen haben sich beim dem Türkeneinfall hier versteckt. Der Rückweg hoch auf sonniger, kurvenreicher Strasse hat sich arg gezogen.

Gestern hat Gerdi den Opel auf wilder Straße in die Schlucht hinunter gesteuert. Da schützen keine Leitplanken, tiefe Schlaglöcher und heruntergefallene Steinbrocken erfordern Ausweichmanöver. Das Kloster in der Felswand kennen wir. Der vielen Touristen wegen hatten wir keine Lust es noch einmal zu besuchen. Die Stille des Ortes leidet unter dem Strom der Besucher. Wir folgen dem schattigen Pfad hinunter zum Fluss und weiter abwärts zum alten Gortys. Es wundert mich immer wieder wieviel Erde sich über einem ausgegrabenen Ort im Laufe der Jahrhunderte anhäuft. Wir genießen den kühlen Wind unter einem schattigen Baum. Es rauscht und die Gräser wogen im Wind. Der Aufstieg auf sonniger Straße wird dann wieder mühselig. Es wäre besser, mit dem Auto ganz ins Tal zu fahren und dann mit frischer Kraft den Schattenweg hoch zu steigen und mit nachlassender Kraft abzusteigen.

Abends fahren wir noch nach Stemnitsa zum Essen. Wie üblich ist die Speisekarte reichlich, aber es gibt nur die paar Gerichte, die mit einem Preis versehen sind. Bei Wein genießen wir dann noch die warme Nacht auf dem Balkon. Ein Licht leuchtet oben an einem Pass und weit unten eines am Kloster. Über uns zeigen sich die Sterne. Am anderen morgen weckt das fröhliche Gezwitscher der Spatzen.

Jetzt füge ich noch etwas ein.

Am Montag, unser Ruhetag, besuchen wir das Kloster Emialon. Unser Opel bringt uns direkt ans Tor. Erst genießen wir die Stille und die mächtige Platane davor auf einer Steinbank. An der Platane hängen 5 Glocken. Dünne Fäden verbinden sie mit einem Schlagwerk wohl oben in der Kirche. Da bin ich mir aber nicht sicher. Ich habe vergessen zu fragen. Der Mönch lädt uns ins Gebäude ein. Das wurde in eine große Nische in der Felswand eingemauert. Dunkel und kühl die Kirche mit der orthodoxen Ausstattung. Vom Balkon können die Mönche die weite Sicht genießen. 10 Mönche leben hier. Gegenüber in einer kleinen Höhle hatte bis 1920 ein Einsiedler sein Zuhause. Wenn es heilige Orte gibt, dann sind es diese abgelegenen Klöster. Die Bewohner strahlen große Ruhe aus.

Vom Meer ins „Gebirge“

Meer ist Meer, ist Wasser. Gebirge ist aber nicht gleich Gebirge. Das Allgäu ist lieblich bis schroff. Almen beleben die Hänge. Hier sind die Berge fast unzugänglich. Die Straße zu verlassen ist nagezu unmöglich. Nach 2 Metern endet man in undurchdringlichem Dickicht. Unser Auto bringt uns viel zu schnell durch dieses schöne, wilde Gebirge. Ein schöner Fleck, eine Kapelle, schon ist man vorbei. Ganz oben unter den Gipfeln liegt noch letzter Schnee. Ins kleinen Städtchen Kalavrita komme ich mit Scheu. Warum geht aus diesem Link hervor. Sogar Skifahren kann man hier weit oben im Ski Resort. Dem riesigen Parkplatz nach scheint hier winters einiges los zu sein.

Eine Touristeneisenbahn, früher eine wichtige Verbindung für Bewohner, fährt auf schmaler Spur 700 m ans Meer hinunter. Besonders steile Stücke sichert eine Zahnschiene. Es ist ein wildes Bauwerk mit vielen Tunnels und Galerien. Andauernd hupt der Zugführer damit sich die vielen Wanderer entlang dieser einmaligen Strecke in irgendeine geschützte Ecke verdrücken können.

Damit wars mit schönen Abenteuer zu Ende. Am anderen Tag hat mich Fieber bis ganz hart an 40 Grad überfallen und kräftig durchgeschüttelt. Die Fachleute im kleinen Krankenhaus haben mich gleich richtig infusioniert und eine Nacht da behalten. Anderntags war das Fieber fast niedergerungen und einen Tag später ganz weg (mit Antibiotika Hilfe).

Wie soll man Kalavrita beschreiben? Ein Ort für die Einheimischen zu leben. Nette Gebäude aus Steinen der Gegend, gut durchmischt mit etwas Verfall. Autos wo Platz ist. Für Fußgänger gibts gelegentlich Fußstreifen. Radfahrer hätten schlechte Karten. Halt! Die „Schopping-Meile“ bietet viele Bars, Restaurants und Andenkenläden. Dier treffen wir Antonia. Sie hat uns vor einigen Jahren Duftchreme und Rosenöl auf angenehme Art verkauft. Manch Schönes bleibt im Gedächtnis.

Von Hafen zu Hafen

Auf dem großen neue Fährhafen Fusina (Venedig) stehen LKWs und Autos dicht an dicht. Unser Auto wurde im untersten Deck der Fähre eingezwängt. Wir sehen vom Heck der ASTERION II zu, wie alle Autos im Bauch des Schiffes verschwinden. Unglaublich was alles dort verstaut werden kann. Mit 1 1/2 Stunden Verspätung nimmt die ASTERION II den Weg durch Venedigs Lagune aufs offene Meer. Innen wirkt das Schiff wie neu, außen bricht sich der Rost durch viele Farbschichten den Weg. Eine schwarze Rußwolke aus dem Kamin weist auf das betagte Herz des Schiffes hin. Immer begleitet uns das leichte Wummern und Zittern.

Eine längere Fährfahrt zwingt zur Gelassenheit. Speisezeiten sind vorgegeben, die Bar bietet kräftige Preisen und wenig Genüsse. Lesen, ins Kielwasser schauen und nachts in der kleinen aber doch schiffsmäßig gemütlichen Kabine schlafen. Am nächsten Tag wieder das Gleiche. Wir nähern uns Korfu und auf der anderen Seite Albanien.

Es kommt etwas Wehmut auf. Auf unserer MARION haben wir uns mit den kleinen Kindern weit fern gehalten. Enver Hotscha kannte vor 35 Jahren keine Gnade mit versehentlichen Eindringlingen. Auf der engen Wasserstraße zwischen Korfu und Albanien haben uns nachts starke Scheinwerfer verfolgt. Später dann mit EOS waren wir gern gesehene Gäste in albanischen Häfen und Buchten.

Etwas Abwechslung bietet das Anlegen, Ausladen und Ablegen in Igoumenitsa. Dann geht’s wieder weiter längs der Küste in die Nacht hinein. Das Schiff hat mittlerweile stundenlange Verspätung. Ankunft wird für 01.30 Uhr angezeigt. Tiefer Schlaf gelingt nicht mehr. Mit unserem Auto schrauben wir uns vom tiefen Keller wieder an die frische Luft. Ich weiß nicht, wie wir in vor-GPS Zeiten das gebuchte Hotel in der Nacht gefunden hätten. Vorsicht: Man darf die Navigation mit Papierkarte nicht verlernen!

Wenn sich die Bilder durch anklicken nicht groß darstellen lassen, dann noch einmal auf den Titel klicken.

Gerdi berichtet in Ihrem schönen Blog die Reise aus Ihrer, einer anderen Sicht.

Skifahrer wandern

Die Wanderer kommen!

Der Schnee hat sich in die hohen Regionen zurückgezogen. Das ist zwar schade, aber dafür fährt unsere Region zu höchster Blüte auf. Sollen wir Skifahrer da zu Hause bleiben? Gewiss nicht! So fordert uns einer zum Wandern auf und lockt auch noch mit einem guten Wirtshaus!

Wir aus Richtung Friedrichshafen treffen uns mit den Schlierern ( sie reisen im offenen Cabrio an und lassen das Verdeck mit Knopfdruck schließen). Das Rauschen der Argen unter uns, der Gesang der Vögel und unsere ebenso fröhlichen Gespräche begleiten uns. Die Winterzeit ist vorbei, die Bäume haben ihr frisches Grün angelegt. Nach halber Wegstrecke wechseln wir über den Argensteg bei Heggelbach auf die andere Flusseite und legen eine Pause ein. Kleine Schlückchen Obstler, Gute Biber aus Winterrestbeständen und weiche Brezen vom besten Bäcker Deutschlands werden gereicht. Ob es in Bayern noch bessere Brezen gibt, bleibt offen.

Jetzt laufen wir auf der anderen Flussseite aufwärts und zurück zum Schloss. Eine kurze Autofahrt zur Einkehr in Laimnau in den Landwirt. Da schmeckt das Essen heimisch gut!

Unser Wanderführer hat’s gut gemacht: Schönes Wetter bestellt, eine angepasste Wegstrecke ausgesucht und uns in eine feine, bodenständige Wirtschaft geführt.