Die Reise mit dem Lastenfahrrad

Ihr seht: Auf Schotterwegen holpert das Rad, aber Reifen und gefederter Sattel dämpfen stark.

Das Umsteigen vom „normalen“ Fahrrad auf ein Lastenfahrrad ist nicht so einfach. Darum bin ich ein paar Tage vorher durch Augsburgs Straßen Probe gefahren.

Ein Lastenfahrrad: Warum? Martins Familie will ihren Urlaub entlang der Altmühl in Treuchtlingen beginnen. Die Bahn befördert aber wegen der Größe keine Räder dieser Art. Also fahre ich damit nach Treuchtlingen und erwarte die Familie tags darauf idort. Ich fahre dann heim.

Den Lech entlang macht die Motorunterstützung das Treten in der niedersten Leistungsstufe ganz leicht. Schön, den Fluss auf seinen letzten Kilometern entlang zu fahren. Auf der rechten Seite begleite ich den Fluss und auf der linken Seite den Lechkanal. Da sollten einmal Binnenschiffe fahren, aber das Projekt wurde nie verwirklicht. Vor Marxheim quere ich die Donau bei etwas Regen. Und da beginnt der Ernst der Tour. Ziemlich steil zieht sich der Weg auf die Fränkische Alb hoch. Da sind die Wege zwar kurz, führen aber gelegentlich auf Fußwegen, über Rasenwege und nehmem auch steile Hänge mit. Da streikt auch der Motor bei größter Leistung. Das Hochschieben dauert und strengt an. Nach dem Aufstieg an einem wunderbaren Aussichtsplatz raste ich nach dem Regen. Der Akku des Navi ist fast am Ende. Kein Problem mit einem Powerpack. Aber das Navi meint „Der Ladestecker meldet Feuchtigkeit. Bitte warten sie oder trocknen Sie ...“ Also mache ich erst mal Brotzeit. Nach einer halben Stunde keine Änderung. Dann löse ich die Schutzhülle und jetzt lädt die Powerbank wieder. Da wird mir wieder ein Problem bewusst. Fällt das elektronische Navi aus, dann fehlt jegliche Orientierung. Ich kenne die Gegend überhaupt nicht und Leute treffe ich keine 5 auf der Alb. Papierkarte? Zweites Navi? Das hatten wir auf den schwierigen Gewässern der Ostsee dabei.

Dann gehts 20 Kilometer wunderbar fast eben auf der Albhöhe durch Wälder und Wiesen auf Schotterstraßen. Dann wechseln sich steile Aufstiege und Abstiege auf Feldwegen ab. Schiebearbeit gelegentlich. Der vergangene Regen hat manche Wege mit Sand überspült. Das bremst. Ein steiler Weg mündet vor dem kommenden steilen Aufstieg unten in einer Furth, Sand bremst mich mitten im Bach aus. Ich habs geahnt und vorher meine Strümpfe ausgezogen. Auf der anderen Seite sind Schuhe und Reifen voller Schlamm. Problemstellen dieser Art machen zwar wenig Freude, aber dann unterstützt wieder der Motor und es ist eine Freude durch dieses schöne Land zu fahren. In Monheim regnets wieder, Ich stelle mich vor einer Schreinerei unter. Zuerst kommt die Bäuerin vom Feld, dann der Schreiner und noch einer. Ausführlich empfehlen sie mir einen besseren Weg auf dem Navi. Ein Zimmermannsbleistift ist der Zeigestock. Ich folge der Empfehlung. Noch einmal gehts den Berg hoch und dann kilometerlang abwärts auf guten asphaltierten Strassen. Jetzt windet sich das letzte Stück dem Möhrenbach entlang. Links oben das Örtchen Möhren und vor mir die „Obere Veste“ über Treuchtlingen. Noch ein paar Kilometer und ich stehe vor dem Hotel. Man gibt mir Wasser und Lappen und bald sind Rad und Schuhe wieder sauber, Abends dann im schattigen Biergarten. Schäufele in Doktorhof-Qualität und zwei Dunkle. Ein schöner Abschluss einer feinen Tour.

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