Laufen und beobachten

Jetzt in der schönsten Zeit. Der gefühlte Frühling ist da. Will man den Übergang von der Nacht in den Tag erleben, muss man früh aufstehen. Heute habe ich neben den Walking-Stöcken auch meinen Fotoapparat dabei. Es gibt manches zu sehen (und zu hören!), das mich beschäftigt.

Wenn ich aus der Haustür trete, sehe ich diesen österlich geschmückten, blühenden Quittenbaum. Gerdi hat ihm diese Farbtupfer gegeben.

Österlicher Quittenbaum (Copy)

Dann das Gegenteil, der Nussbaum: Früher gabs da im Herbst etwas Nüsse zu sammeln. Die Türken im Nachbarhaus nutzten das. Dann wurde er plötzlich sehr krank. Warum? Seine Äste fallen fast von selbst ab. Schade.

Wie lange gibts den Nussbaum noch (Copy)

Hier wachsen viele Misteln auf diesem Baum. Efeuranken werden ihn wohl erwürgen. Aber das besondere an diesem Bild ist der kleine Punkt rechts oben. Jupiter glänzt am Morgenhimmel. Im Schlepptau hat er Mars und Saturn. Aber die beiden sind unsichtbar und müssen noch näher kommen. Venus dagegen beherrscht den Abendhimmel.

Misteln am Baum (Copy)

Nicht weit davon die Baustelle: Viel Platz hat sie nicht, darum lagert alles Material in der Baugrube. Ständig wird Wasser abgepumpt. Die Grube ist wohl tiefer als der Wasserspiegel der Schussen. Tagelang wurde kürzlich Beton in den Untergrund gepumpt. Wir haben uns für eine der Wohnungen interessiert.

Ich freue mich immer, wenn ich zur Schussen hin abbiege. So schön, die Kirche und der Steg. Um diese Jahreszeit garniert mit Vogelmusik und leider auch mit Bundesstrassen-Lärm.

Gelegentlich erhält diese Eisenbahnbrücke eine farbliche Ergänzung durch Graffiti-Künstler. Hier können die werdenden Kunst-Sprayer üben.

Platz für Grafitti-Künstler (Copy)

Ein paar Kilometer begleitet mich die Bahnlinie Friedrichshafen- Lindau. Man hat in den vergangenen Monaten die Strecke mit einer elektrischen Fahrleitung ausgestattet. Raben nehmen Leitungen und Masten dankbar an. Es fährt aber noch kein elektrischer Zug, weil zwischen Friedrichshafen und Aulendorf noch die Oberleitung fehlt.

Einen Teil der Züge betreibt jetzt nich mehr die DB. Die Züge sind gelb/schwarz und haben noch einige Probleme, manchmal übervoll, gelegentlich technische Störungen.

Der neue Zug (Copy)

Wer wohl noch an diesen Holzmast denkt? Als ich vor vielen Jahren nach Friedrichshafen kam. gabs da noch ein rundes Betonfundament mit Schrauben und der Pfahl war viel höher. Im Krieg wurden von hier feindliche Bomber mit dem Ziel Friedrichshafen abgeschossen. Der Pfahl ist für mich eine Art Denkmal, wahrscheinlich nur für mich.

Aus Kriegszeit - KopieRelikt aus dem Krieg (Copy)

Dieser schlampige Garten, Die Besitzerin wird immer älter und schafft die Pflege wohl nicht mehr. Ob ihr der männliche Helfer fehlt? Es gäbe nette Geschichtchen zu Ort und Besitzerin, aber die sind nichts für fremde Augen.

Ein paar Gärten weiter. Wenn der Besitzer da ist, unterhalte ich mich gerne mit ihm. Ein pensionierter Ingenieur, Hobbikünstler, Windradfan und Imker. Sein Windrad mit nur einem Flügel gabs früher mal als mächtigen Energieliferanten, konnte sich aber nicht durchsetzen. Bei viel Wind hat das Gebilde zu sehr vibriert.

Beim Don Bosco Haus, „mehr . weniger . anders“ verspricht der neue Infoblock, wende ich mich zum See und kehre dann wieder um. Im Naturschutzgebiet steht dieses Tagungsgebäude. Bestandsschutz.

Tagungshaus (Copy)

Ein Abstecher zur Aussichtsplattform führt zum schönsten Ort, egal bei welcher Jahreszeit. Im Winter führen dort tausende von Enten ihr langsames Gemeinschaftsballet auf. Sie überwintern hier im flachen Wasser. Jetzt sind sie längst wieder auf dem Rückflug. Früher gabs hier einen 200m breiten Schilfgürtel. Aber das ist abgestorben. Kein Mensch weiß warum. Der Blick über den See mit den Bergen im Hintergrund und Friedrichshafen ist wunderbar.

Von der Plattform aus gesehen (Copy)

Im Naturschutzgebiet dürfen Bäume in Ruhe leben und Würde sterben.

Alt und interessant (Copy)Gestorben (Copy)

Noch einmal über die Schussen. Träge schiebt sich das braune Wasser (arg sauber ist es wohl nicht, aber es sei Moorwasser, sagt man) dem Bodensee entgegen.

Windstille (Copy)

Jetzt, über der Bahnlinie laufe ich in Eriskirch ein. Vor dem ersten Haus parkt ein Lincoln. Einen zweiten hat ein schweizer Autotransporter abgeholt. Der hier kostet 9000€.

Der Oldtimer (Copy)

Der POCO-Kubus leitet mich wieder in die geschäftige Wirklichkeit. Er sagt „Natur, bis hierher und nicht weiter!“ Darüber wacht auch die überaus hässliche Betonkanzel. Seit einem Monat prangt dort das Verkaufs-Transparent. Der Preis ist wohl zu hoch und das Gebäude zu hässlich

Es wird aber noch hässlicher.  Die ehemalige Galvanisier-Firma, mein „Grawitschko“ sehe ich von der Rückseite. Ich habe mal einen Blog darüber geschrieben. Da baut doch tatsächlich jemand bis an die Grenze zur alten Halle!

Grawitschko, Rückseite (Copy)

Jetzt noch einen Kilometer und ich bin zu Hause. 10 Kilometer insgesamt, sie bieten immer wieder Abwechslung, egal bei welchem Wetter – und man kann seine Gedanken wandern lassen.

 

 

 

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